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“…on the road” ist Gustl Lütjens schon sehr früh. Kein Wunder: als Sohn eines Fuhrunternehmers wird ihm das quasi in die Wiege gelegt.

Doch bevor Papas Plan, den Familienbetrieb eines Tages in des Sohnes Hände geben zu können, größeren Schaden anrichten kann, ergreift der Pop- und Rock-Virus, der in den 60er Jahren weltweit unter unschuldigen Jugendlichen wütet, auch von Gustl Besitz. Der Wunsch nach einer eigenen Gitarre wird erfüllt … und fortan ist Gustl rettungslos an die Musik verloren.

Nächstes Kapitel: Berlin, 70er Jahre.

Gustl Lütjens wird Gitarrist der Avantgarde-Band “Agitation free” und geht mit ihr auf Tour durch Deutschland, Frankreich und auf die großen Krautrock-Festivals.

Nach der Auflösung von Agitation Free 1974 arbeitet Gustl die nächsten Jahre als Studiomusiker und spielt Sessions u.a. für Udo Jürgens, Peter Sarstedt und viele andere Größen des Showbiz. Er arbeitet für mehrere Berliner Theater und tritt mit seiner eigenen Band, dem „Gustl Lütjens Project“ auf.

In den 80er Jahren verändert sich die Musikszene grundlegend. In den Studios stehen jetzt Computer und Drummaschinen. Immer mehr Stücke werden elektronisch eingespielt, die Arbeit als Studiogitarrist wird vorübergehend knapper. Gustl verlegt sich auf das Komponieren, Arrangieren und Produzieren von Musik.

Nur ein paar Stationen jener Zeit:

Musik für den Kurzfilm “Röth Gröth” von Joerg Moser-Metius, der einen goldenen Bären auf der Berlinale erhält. Dies hat weitere Film- und Theatermusikaufträge zur Folge.

Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“, das Peter Zadeck und Jerome Savarie fürs Schiller Theater inszenieren:
Für diese bis dato umfangreichste Nachkriegsproduktion eines deutschen Theaters wird das „Gustl Lütjens Project“ Begleitband. Gustl ist für die Musikarrangements zuständig und übernimmt neben Erwin Boots (”Comedian Hamonists”) das Einstudieren der Musik u.a. mit Otto Sander, Angelika Domröse und Sabine Sinjen.

Veronika Fischer, die im Zuge der Biermann-Ausbürgerung die damalige DDR verlässt, lässt sich von Gustl einige Stücke schreiben, darunter die Ballade „Erstmal nach Süden“.

Kurz darauf ein unglaubliches Angebot: Gustl geht mit einer der schillerndsten Größen im internationalen Popgeschäft, Shirley Bassey, auf Tournee. Es folgen noch 2 weitere Touren.

Im Jahre 1986 steigt Gustl bei der NDW-Band „Steinwolke“ (”Katherine, Katherine”) ein. Mit ihr spielt Gustl ein Album und mehrere Singles ein und veröffentlicht mit Steinwolke-Musikern seine erste Solo-Single “Der Schläfer”.

Das erste eigene Solo-Album läßt nicht lange auf sich warten. Es heißt „Keine Liebe - Kein Voran“ (1989). Das Instrumentalstück „Der stille O.“ bringt den Lablechef Tim Green auf die Idee, ein eigenständiges Instrumentalprojekt entstehen zu lassen.

Gustl tut sich mit Peter Freimanis zusammen und gründet die „Living Mirrors“. Michael Holm wird als Verleger gewonnen, 1993 erscheint das Debutalbum „In The Heart Of The Stone“ auf Higher Octave in den USA und erreicht Platz 3 der New-Age-Charts.
1995 folgt das 2. Album „Tales Of White Magic“, dessen Musik den Hintergrund vieler Fernsehproduktionen liefert.

Zwischenzeitlich geht Gustl mit NENA auf Tournee, spielt mit ihr 2 Alben ein und schreibt die NENA-Single “Viel zuviel Glück”.

1996 steigt Gustl in die Berliner Clubszene ein und gründet 1998 die Coverband „Station 3“. Mit großem Erfolg absolviert die Band inzwischen rund 100 Auftritte im Jahr.

2007 kommt es zu einer späten Wiedervereinigung von Agitation Free in Japan. Die Band spielt in der letzten Originalbesetzung mehrere gefeierte Konzerte in Tokyo.

Pläne und Projekte 2008:

Von den “Living Mirrors” wird es demnächst Neues geben … und ein neues Gustl Lütjens-Soloalbum, „Licht“.