Lutz Graf-Ulbrich, wie Lüül mit bürgerlichem Namen heißt, gründet 1967 mit gerade mal 16 Jahren zusammen mit Christoph Franke, Michael „Fame“ Günther und Lutz „Ludwig“ Kramer die Berliner Kultband Agitation Free.

Lüül in JapanUnter der Leitung von Avantgarde Komponist Thomas Kessler arbeiten sie im Beatstudio und kreieren – zusammen mit Tangerine Dream und Ash Ra Tempel – einen neuen Musikstil, der später als “Berliner Schule” ein Begriff wird. Mit ihr spielt er insgesamt drei LPs ein und geht noch vor seinem Abitur mit der Band auf eine Nahost-Tournee, um den deutschen Progrock international zu verbreiten.

Von da an kann Lüül auf eine bewegte Karriere zurückblicken, kaum etwas hat er ausgelassen. Nach seiner Zeit bei Agitation Free tritt er zunächst der Band Ash Ra Tempel bei, mit der er weitere Alben produziert und durch Europa tourt.
Besonders prägend ist die sich daran anschließende gemeinsame Zeit mit der Sängerin Nico, die auch den amerikanischen Künstler Andy Warhol als Muse inspirierte. An ihrer Seite lebt und tourt Lüül durch Europa und die USA. Ein legendäres Konzert zusammen mit John Cale im New Yorker CBGBís gehört genauso zu seinen Erfahrungen wie die Arbeit als Bühnenkomponist beim Reineke Fuchs Theater, mit dem er den Senatsrockwettbewerb gewinnt, oder sein Mitwirken an dem preisgekrönten Film Nico-Icon.

Auch als Solokünstler ist Lüül diesmal mit deutschen Texten erfolgreich, Morgens in der U-Bahn wird sein größter Hit.

Seit 1995 ist Lüül Mitglied der 17 Hippies, die mit ihrem wilden Folklore-Mix Zuhörer aller Altersgruppen gleichermaßen begeistern. Mit ihrer ungewöhnlichen Musik hat die Berliner Band inzwischen Kultstatus erreicht, nicht zuletzt durch ihren Auftritt 2002 als Straßenmusiker in Andreas Dresens preisgekröntem Film Halbe Treppe, für den sie zugleich den Soundtrack lieferte. Danach komponierte die Band sehr erfolgreich die Filmmusik zu Tigeraugen sehen besser. Selbst einen Weltrekord kann Lüül zusammen mit den 17 Hippies verzeichnen: 17 Konzerte an einem einzigen Tag.

Neben seiner kontinuierlichen Arbeit mit den 17 Hippies nimmt sich Lüül Zeit für eigene Produktionen. Sein Album Damenbesuch (2004) erhält den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. 2006 erscheint seine Autobiografie Lüül – ein Musikerleben bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, dazu die begleitende CD Zeitreise. 2007 gibt es ein Wiedersehen mit Agitation Free in Japan, deren gesamter Backkatalog 2008 in neuem Gewand erscheint. Michael Hoenig und Lutz Ulbrich stehen unter 216 Berühmtheiten im Tokyo Tower Wax Museum. Immer wieder tourt er mit seiner eigenen Band in Deutschland und veröffentlichte gerade sein aktuelles Album Spielmann.

Im Mittelpunkt seines musikalischen Schaffens stehen die 17 Hippies, die inzwischen weltweit mit großem Erfolg Konzerte geben, wie letztes und dieses Jahr in den USA, u.a. New York, Chicago, Washington und beim SXSW Festival in Austin, Texas, Algerien oder Europa, z.B im Olympia, Paris.