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Nachruf auf Frank Diez

Kürzlich erreichten uns traurige Nachrichten: Frank Diez war gestorben. Es war ja schon stiller um ihn geworden in den letzten Jahren und dass er gesundheitliche Probleme hatte, wusste man, aber sein Tod kommt doch überraschend. Wir hatten uns in den letzten Jahren immer mal wieder über seine geplante Autobiografie ausgetauscht, und ich hatte mich so darauf gefreut, nun wird sie leider nicht fertig. Frank und ich kannten uns zwar nicht gut, aber dafür schon sehr lange, nämlich seit den frühen 70er Jahren, wo wir kurzfristig einen Gitarristen für eine bevorstehende Frankreichtour brauchten. Er konnte damals nicht und empfahl uns seinen Bruder Stephan, der dann tatsächlich einsprang. Bei unserem Album „2nd“, das wir 1973 in München aufnahmen, kam er zusammen mit seiner bezaubernden Frau Jackie vorbei und sang einen Chor ein. Dann traf ich ihn erst wieder 2016, als wir eine kurze Deutschlandtour planten und ihn einluden. Wir trafen uns im Haus der 100 Biere am Ku-Damm zur Mittagszeit. Er hatte ein Bier vor sich stehen und das erste , was er sagte war: „Lüül, ich habe alle Höhen und Tiefen des Rock ’n Roll dreimal hinter mir!“. Das war schon mal ein guter Anfang! Schnell wurde klar, dass die Chemie stimmte. Dass er ein ganz großartiger Musiker und Gitarrist war, war eh klar.
Die Proben mit ihm und Agitation Free halte ich in bester Erinnerung – mal abgesehen von seiner hohen Musikalität – denn er hatte so eine tolle, gelassene Art, sich einzubringen, dazu mit einem wunderbaren Humor gepaart und natürlich haufenweise Anekdoten aus seinem reichen Musikerleben. Es war eine wahre Freude mit ihm zu musizieren. Er hatte so einen klitzekleinen Zigarrenschachtel-Amp dabei, der höllisch brummte, aber Frank wischte all unsere Bedenken mit der Bemerkung weg: „Solange das Störgeräusch leiser als das Nutzgeräusch ist, ist alles okay!“
Leider wurde die Tour ganz kurzfristig abgesagt und auch die schon gemachten neuen Bandfotos konnte man in die Tonne hauen. Das war höchst bedauerlich für uns alle, denn es wäre eine musikalisch wunderbare Sache geworden mit Frank.
Ich lud ihn dann zu meinem 65 Geburtstag ein, noch mal ein Agitation Free Stück mit seiner sehr raren Sitargitarre zu spielen, was ein Highlight des Festes wurde. Wie beseelt er spielen konnte! Ein Stück, was sein auch schon verstorbener Bruder Stephan für uns geschrieben hatte „In the Silence of the Morning Sunrise“. Lieber Frank, bitte spiel weiter, wo immer du bist!
Foto: Max Schwarzlose

Agitation Free al Headliner beim Heidekrautfestival Juni 2027

Wir freuen uns, mitzuteilen:
Krautrockfestival in Soltau

Agitation Free · Jane · Guru Guru · Epitaph

Soltau wird zum Treffpunkt für eine außergewöhnliche Reise durch die Geschichte des deutschen Krautrock: Mit Agitation Free, Jane, Guru Guru und Epitaph kommen vier prägende Bands dieses einzigartigen Musikstils auf die Bühne. Ein Festival für alle, die Rockmusik nicht nur hören, sondern in ihrer ganzen atmosphärischen und experimentellen Vielfalt erleben möchten.

Was ist eigentlich Krautrock?

Krautrock entstand Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre vor allem in Westdeutschland. Musikerinnen und Musiker begannen damals, sich bewusst von den etablierten Vorbildern aus Großbritannien und den USA zu lösen. Statt klassischer Songstrukturen standen Improvisation, elektronische Klänge, lange Instrumentalpassagen, psychedelische Sounds und die Suche nach neuen musikalischen Formen im Mittelpunkt.
Der Begriff „Krautrock“ war ursprünglich eine eher spöttische Bezeichnung aus dem Ausland, wurde später jedoch zum Sammelbegriff für eine äußerst vielfältige deutsche Musikszene. Krautrock ist deshalb weniger ein klar abgegrenztes Genre als vielmehr eine Haltung: experimentierfreudig, eigenwillig, hypnotisch und offen für musikalische Grenzüberschreitungen.
Manche Bands arbeiteten mit repetitiven, beinahe tranceartigen Rhythmen, andere verbanden Progressive Rock mit Jazz, Psychedelic und elektronischer Musik. Wieder andere setzten auf ausgedehnte Improvisationen und eine rohe, unmittelbare Live-Energie. Gemeinsam war ihnen der Mut, musikalisches Neuland zu betreten.

Vier Bands, vier Facetten des Krautrock
Agitation Free schließlich stehen für die atmosphärische, kosmische und avantgardistische Seite dieser Bewegung. Ihre Musik öffnet Räume, in denen sich Rock, Psychedelic, Improvisation und elektronische Klangvorstellungen miteinander verbinden. In Soltau bringt Agitation Free die komplette Audio-Visuelle Show von Phillip Geist auf die Bühne:Visuelle Magie: Philipp Geist aka @videogeist
Der renommierte Visual Artist Philipp Geist sorgt für eine sensorische Explosion. Als internationaler Spezialist für Video-Mappings, Lichtinstallationen und audiovisuelle Performances – von Festivals bis zu immersiven Kunstprojekten – transformiert er die Bühne in ein lebendiges Universum. Seine synchronisierten Projektionen, abstrakte Muster und dynamischen Effekte verschmelzen nahtlos mit den Sounds von Agitation Free, für einen totalen Trip durch Farben, Formen und Emotionen.
Es wird nicht nur gehört – es wird erlebt!
Jane verbindet kraftvollen Rock mit atmosphärischen und ausgedehnten Klanglandschaften und gehört zu den prägenden Namen der deutschen Rockszene.
Für die experimentelle und psychedelische Seite des Festivals steht Guru Guru. Mit ihrem unkonventionellen Sound, treibenden Grooves und ausgeprägter Spielfreude verkörpert die Band wie kaum eine andere die anarchische und improvisatorische Seite des Krautrock.
Mit Epitaph steht eine Band auf dem Programm, die den härteren, progressiven und bluesrockorientierten Zweig der deutschen Rockgeschichte repräsentiert.

So entsteht in Soltau ein musikalischer Querschnitt durch eine Epoche, in der deutsche Musiker den Mut hatten, die Regeln des Rock neu zu denken.
Ein Festival für Fans von Psychedelic Rock, Progressive Rock und experimenteller Musik – und für alle, die erleben möchten, warum Krautrock bis heute Musiker und Hörer auf der ganzen Welt inspiriert.
Krautrock lebt – und Soltau lässt ihn wieder aufleben.

Einlass : 16:00 Uhr

Agitation Free bei der Zappanale #35

@videogeist AGITATION FREE × VIDEOGEIST — ZAPPANALE #35 Philipp Geist schreibt:
Ein Rückblick auf ein besonderes Live-Konzert mit der legendären Krautrock-Band Agitation Free bei der Zappanale #35 am 17. Juli 2026 auf der Galopprennbahn in Bad Doberan.
Erneut begleitete ich die Band mit meiner immersiven Live-Visual-Art und Live-Projektionen – und schuf so eine audiovisuelle Reise in Echtzeit, mit räumlichen Bildern, Live-Kameraaufnahmen und visuellen Ebenen, die direkt auf die Musik reagierten.
Ein großartiger Rahmen für diese fortlaufende Zusammenarbeit: das legendäre Zappanale-Festival, Agitation Free live auf der Bühne und die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Live in Berlin“ am selben Tag.
Seit 2024 begleite ich Agitation Free mit meiner Live-Visual-Kunst – jedes Konzert schafft einen neuen Dialog zwischen Krautrock, Klang, Raum und Bild.
Weitere Konzerte und Projekte folgen.

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